Hufbeschlag

Der Hufbeschlag wird in der "Oekonomische Encyklopädie", Berlin im Jahr 1782
wie folgt beschrieben;

"Das gehörige Beschlagen eines Pferdes ist eine Beschäftigung weit grösserer Wichtigkeit, als man sich insgesamt vorstellt. Wie oft findet man sich nicht bey
dem viel versprechenden, äusserlichen Scheine eines schönen jungen Pferdes
in seinen Hoffnungen und erwartungen betrogen! Kaum dass ein Pferd zugeritten ist, so geht es auch schon, wegen der unüberlegten Art, mit seinen Füssen bey dem Hufschlage umzugehen, lahm. Man versteht es nicht, wo man die Ursache davon suchen soll. Folglich wird der eigentliche Sitz der Krankheit unachtsam übersehen, das Übel gewinnt Zeit, sich fest zu setzen, und zuletzt entsteht daraus eine unheilbare Lähmung.
Wenn es nun eine Sache von grosser Wichtigkeit ist, dass unsere Pferde auf den Füssen gesund erhalten werden, und wenn darauf, dass sie gut Beschlagen werden, so viel ankommt: so erfordert die gehörige Verrichtung dieser Arbeit gewiss eine vorzügliche Aufmerksamkeit, insonderheit in Ansehung der Vorderfüsse, welche einen weit grösseren Theil von der Schwere des Körpers, als die hintern zu tragen haben, und daher der Gefahr, beschädiget zu werden, weit mehr ausgesetzt sind".

In der zitierten Enziklopädie beschreibt der Autor etliche Grundübel des Hufbeschlags der damaligen Zeit.....

Wir bewegen uns nun zum Jahr 2100

Der Kunde hat eine Ansicht über die Art einer guten Arbeit und die definiert sich aus seinen subjektiven Anforderungen an den Beschlag.

Der Hufbeschlagsschmied erachtet alle Kriterien unter Berücksichtigung der Anatomie und der Physiologie sowie etwaiger verschiedener Sichtweisen über die richtige Hufbearbeitung.

Hier ein Hufbeschlag mit unterlege Keil
um den Eckstreben guten Druck zu geben.

Dasselbe von der Seite betrachtet.

Zwischenzeitlich sind 6 Jahre vergangen und das Pony braucht nicht mehr zusätzlich unterlegt zu werden.

Dieser Beschlag wurde bei einem Shetti
angetroffen......

....Was noch Huf war wurde durch das anbringen des Eisens und der übergrossen Hufnägeln verschandelt.

Derselbe Huf mit neuem Beschlag.

Zwischenzeitlich sind 17 Jahre vergangen und 
das Pony läuft immer noch einwandfrei.

Bei einem Isländer Pony angetroffen...

Vorderhuf mit Seitenkappen und zehn Nägeln befestigt.

Das hat mit "seriösem" Beschlag nichts mehr zu tun.

Ist es unterlassung oder einfach unwissen wenn ein Pferd mit solchen Hufen umher läuft?

Da wir die Ausbildung des "Brevet-Reiters"
kennen sowie die geltungssucht einiger Reiter/innen müssen wir uns ab solcher Schande nicht verwundern.

Bitte beachten Sie den Riesenkeil
der hier die Eckstreben unterstützt.

Auch hier gillt;
als jung versäumte Hufpflege
kann nicht im alter nachgeholt werden!

Der wohl schlimmste Huf zu dem ich gerufen wurde.

Leider auch heute immer noch möglich, es ist sehr wichtig dass der Besitzer sich sofort helfen lässt.

Es ist nicht selten die "Unwissenheit" die solches zu lässt